Was versteht man unter strafrechtlicher Prävention?
Strafrechtliche Prävention umfasst die frühzeitige Analyse von Entscheidungen, Strukturen und Geschäftsvorgängen mit Blick auf mögliche strafrechtliche Risiken. Ziel ist es, diese Risiken rechtzeitig zu erkennen, einzuordnen und möglichst vor Entstehung eines Ermittlungsverfahrens beherrschbar zu machen.
Für wen ist strafrechtliche Prävention besonders relevant?
Besonders relevant ist sie für Personen mit Organverantwortung oder erheblicher Entscheidungsbefugnis, insbesondere Vorstände, Geschäftsführer, Aufsichtsratsmitglieder, Unternehmer, Führungskräfte sowie Verantwortliche für Compliance, Recht, Finanzen oder Steuern.
Kann Prävention ein Ermittlungsverfahren verhindern?
Eine Garantie dafür gibt es nicht. Sie kann jedoch dazu beitragen, das Risiko erheblich zu reduzieren und die Ausgangsposition im Ernstfall deutlich zu verbessern, weil Entscheidungen nachvollziehbar dokumentiert und rechtlich fundiert vorbereitet wurden.
Worin unterscheidet sich Prävention von Compliance?
Compliance richtet sich primär auf Regelbefolgung und interne Kontrollsysteme. Strafrechtliche Prävention bewertet Sachverhalte zusätzlich aus der Perspektive von Ermittlungsbehörden und Strafgerichten und berücksichtigt die tatsächliche Praxis von Ermittlungsverfahren.
Wann sollte Prävention in Anspruch genommen werden?
Idealerweise bevor kritische Entscheidungen getroffen werden oder risikobehaftete Transaktionen erfolgen — insbesondere bei komplexen Unternehmensentscheidungen, Umstrukturierungen, internationalen Aktivitäten oder steuerlich sensiblen Sachverhalten.
Ist Prävention nur für Großunternehmen relevant?
Nein. Auch mittelständische Unternehmen, Familienunternehmen und Organisationen des öffentlichen Rechts können erheblichen straf- und ordnungswidrigkeitenrechtlichen Risiken ausgesetzt sein.
Was passiert, wenn bereits ein Ermittlungsverfahren läuft?
In diesem Fall tritt Prävention in den Hintergrund und es geht in die Verteidigung über — je nach Situation in Form strategischer Strafverteidigung oder der Steuerung eines komplexen Verfahrens.
Ist eine Beratung vertraulich?
Ja. Gespräche mit Strafverteidigern unterliegen strenger anwaltlicher Verschwiegenheit.
Was umfasst 'strafrechtliche Prävention' konkret?
Prävention und Reaktion bei straf- und ordnungswidrigkeitenrechtlichen Risiken im Unternehmen: Risikoanalyse, Beratung bei Schlüsselentscheidungen, Compliance-Strukturen mit Strafverfolgerperspektive, Schulungen und Notfallpläne.
Was ist ein Dawn-Raid-Training und für wen ist es sinnvoll?
Ein Dawn-Raid-Training bereitet Führungskräfte und relevante Mitarbeiter auf den Fall einer Hausdurchsuchung durch Behörden vor: Abläufe, Rollen, Do's & Don'ts, Notfallplan und Dokumentation. Sinnvoll für alle Unternehmen mit behördlicher Exposition.
Schulen Sie Organe – Geschäftsführer, Vorstände, Aufsichtsräte?
Ja. Maßgeschneiderte Trainings zu strafrechtlichen Pflichten, persönlicher Haftung und Haftungsprävention – auf die Rolle und Branche des jeweiligen Organs zugeschnitten. Auf Wunsch auf Englisch.
Unterscheidet sich strafrechtliche Compliance-Beratung von allgemeiner Compliance?
Ja. Klassische Compliance-Beratung prüft Regelkonformität. stetter Rechtsanwälte denkt über Compliance hinaus und prüft, wie eine Staatsanwaltschaft oder ein Gericht ein Verhalten im Nachhinein bewerten würde – das ist ein grundlegend anderer Maßstab.
Gibt es Compliance-Beratung und Trainings auf Englisch?
Ja. Die Beratung und Schulungen werden auf Wunsch auf Englisch durchgeführt – insbesondere für internationale Unternehmen und Mandate mit UK/US-Bezug.